1932:

Bau der ersten Anlage zur Heliumverflüssigung, Anfänge der Kryotechnik

1932 lieferte Linde die erste industrielle Heliumverflüssigungsanlage der Welt an die Universität Charkov in der Ukraine. Helium wird erst bei Minus 272,2 Grad Celsius flüssig, also nahe dem absoluten Nullpunkt (Minus 273,15 Grad Celsius). In Zusammenarbeit mit Prof. Walther Meißner entwickelte Linde eine Anlage, die das Lindesche Luftverflüssigungsverfahren mit einer Vorkühlung des Heliums durch flüssigen Wasserstoff kombinierte.

Heliumverflüssiger (1965)

In den 50er Jahren arbeiteten die Ingenieure auch an der friedlichen Nutzung der Kernenergie mit und bauten 1955 eine Anlage zur Produktion von schwerem Wasserstoff (Deuterium). Nachdem sich jedoch international die Leichtwasser-Reaktoren durchsetzten, stieg Linde aus diesem Arbeitsgebiet aus. Was blieb: Bei der Herstellung von schwerem Wasserstoff stießen die Linde-Ingenieure erstmals in einem industriellen Prozess auf minus 252 Grad Celsius vor. Heute ist Linde auf dem Gebiet der Tiefsttemperaturen (Kryotechnik) nahezu konkurrenzlos und zählt weltweit zu den Technologieführern.

Kryotechnik findet unter anderem in der Raumfahrt Anwendung. So baute Linde beispielsweise 2001 eine spezielle Kühleinrichtung zur Lagerung von biologischen Proben die Internationale Raumstation ISS. Das neuartige Gefriersystem sicherte eine konstante Temperatur von minus 80 Grad Celsius über die gesamte Flugzeit.

Heute liegen die kryotechnischen Zentren von Linde Engineering in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten. Dort werden Heliumkälteanlagen, Helium-Verflüssigungsanlagen und Wasserstoff-Verflüssigungsanlagen gebaut.

 

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