Im Jahre 1900 wurde die Abteilung Höllriegelskreuth südlich von München als neue Versuchsstation für Luftzerlegung errichtet. Von Anfang an wurden in Höllriegelskreuth sowohl Anlagen zur Luftzerlegung gebaut, als auch in eigenen Werken technische Gase, vor allem Sauerstoff, produziert und vertrieben.
Werkstatt und Bürogebäude in Höllriegelskreuth (1901)
Werksgelände in Höllriegelskreuth (1911)
Die Funktionen "Anlagenbau" und "Produktion und Vertrieb technischer Gase" hingen zu Beginn eng miteinander zusammen, da Luftzerlegungsanlagen hauptsächlich für eigene Werke oder für Firmen gebaut wurden, die vertraglich an Linde gebunden waren. Erst in den 60er Jahren zerfiel die Abteilung in Höllriegels-kreuth aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen in zwei selbstständige Werksgruppen: "Technische Gase" und "Tieftemperatur- und Verfahrenstechnik".
Die Werksgruppe "Technische Gase" wurde zu "Linde Gas" und ist bis heute für die Erzeugung und den Verkauf technischer und medizinischer Gase, wie bei-spielsweise Stickstoff, Wasserstoff oder Sauerstoff, zuständig. Linde Gas ist heute der führende Industriegaseproduzent in Deutschland und Europa.
Die ursprüngliche Abteilung "Tieftemperatur- und Verfahrenstechnik" wurde Ende der 80er Jahre in "Verfahrenstechnik und Anlagenbau" umbenannt und heißt heute "Linde Engineering". Als eines der wenigen Unternehmen weltweit konstruiert und baut Linde Engineering schlüsselfertige verfahrenstechnische Anlagen, zum Beispiel Luftzerlegungsanlagen, Gasaufbereitungsanlagen oder Petrochemie-anlagen. Mit über 4.000 gebauten Anlagen zählt Linde heute zur Weltspitze.