














München, den 06.05.2008 - Europaweit bislang einzigartige Allianz zweier großer Unternehmen aus Anlagenbau und Biokatalyse zur Entwicklung von klimafreundlichen Biokraftstoffen. Keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.
Die Süd-Chemie AG, ein weltweit führender Katalysatoren- und Adsorbentienhersteller, und die Linde Group, ein weltweit führender Gase- und Anlagenbaukonzern, haben eine exklusive Zusammenarbeit zur Entwicklung und Vermarktung von Anlagen für die Produktion von Biokraftstoffen der zweiten Generation vereinbart.
Dabei sollen Kraftstoffe wie Ethanol biotechnologisch aus zellulosehaltigen Pflanzenbestandteilen, wie etwa Weizen- und Maisstroh, Gräsern oder Holz, gewonnen werden. Biokraftstoffe der zweiten Generation auf Basis dieser nachwachsenden Rohstoffe weisen gegenüber heute bereits genutzten Biokraftstoffen der ersten Generation, wie Biodiesel aus Rapsöl, eine deutlich verbesserte Klima- und Energiebilanz auf. Zudem stehen sie nicht in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln. Die Partnerunternehmen dieser in Europa bislang einzigartigen Allianz ergänzen sich hervorragend: Während die Süd-Chemie ihr Know-how bei Biokatalysatoren und Bioprozesstechnik in die Kooperation einbringt, verfügt Linde mit seiner Tochtergesellschaft Linde-KCA-Dresden über führende Expertise in der Anlagentechnik im Bereich Biotechnologie und Chemie. Damit steht potenziellen Kunden wie Ethanolherstellern oder anderen Unternehmen aus dem Industrie- und Agrarsektor sowie Investoren für Anlagen von Biokraftstoffen der zweiten Generation eine leistungsfähige Partnerschaft für die Planung und den Bau dieser Anlagen weltweit zur Verfügung. Dr. Günter von Au, Vorstandsvorsitzender der Süd-Chemie AG, sagte: "Die Zusammenarbeit mit Linde ist von großer strategischer Bedeutung für die Süd-Chemie. In diesem hoch attraktiven Zukunftsmarkt werden wir unsere Aktivitäten noch stärker bündeln, um wirtschaftliche Anlagen für klimafreundliche Biokraftstoffe mit hoher Energieeffizienz erfolgreich zur Marktreife zu entwickeln." Dr. Aldo Belloni, Mitglied des Vorstands der Linde AG erklärte: "Diese Allianz ist eine sehr gute Verbindung zweier internationaler Technologieunternehmen. Mit Hilfe von Biokatalyse und Biotechnologie-Anlagentechnik werden wir wirtschaftliche Verfahren für neue Biokraftstoffe im großen Maßstab entwickeln. Wir sind zuversichtlich damit gemeinsam einen Beitrag zur Lösung wichtiger Fragen in den Bereichen Energie, Klimaschutz und Mobilität zu leisten." Die Gewinnung von Biokraftstoffen aus zellulosehaltigen Pflanzenrohstoffen ist angesichts des immer knapper und teurer werdenden Erdöls und des drohenden Klimawandels ein sehr attraktiver Zukunftsmarkt. Der Unternehmensberatung McKinsey & Company zufolge wird der weltweite Gesamtmarkt für Biokraftstoffe bis 2010 auf 61 Mrd. US-Dollar anwachsen. Eine neue US-Gesetzgebung schreibt zudem vor, dass bis zum Jahr 2022 rund ein Viertel des heutigen Kraftstoffverbrauchs der USA durch Biokraftstoffe ersetzt wird. Dies soll größtenteils durch Bioethanol auf Basis von zellulosehaltigen Pflanzenrohstoffen erreicht werden.Über Biokraftstoffe der zweiten Generation
Die heute bereits gängigen Biokraftstoffe der ersten Generation werden ausschließlich aus öl- bzw. stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzenbestandteilen hergestellt, beispielsweise Biodiesel aus Rapsöl oder Bioethanol aus Stärke oder Zucker. Bei der Herstellung von Biokraftstoffen der zweiten Generation hingegen werden nicht die stärke- bzw. ölhaltigen, sondern nur die zellulosehaltigen Bestandteile der Pflanze genutzt. Auf diese Weise erhält man mehr Treibstoff durch die höhere energetische Ausbeute. Zudem konkurriert der Treibstoff nicht mit Nahrungs- oder Futtermitteln, weil die stärkehaltigen Pflanzenbestandteile, wie zum Beispiel das Maiskorn, weiterhin für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden können. Biokraftstoffe der zweiten Generation sind zudem klimafreundlicher als Treibstoffe aus fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas, weil die Pflanze während des Wachstums der Atmosphäre exakt die Menge des Klimagases Kohledioxid entzieht, die später beim Verbrennen in Motoren wieder freisetzt wird.
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