Kohlendioxid (CO₂) ist ein ungewolltes Molekül – vor allem in der Erdgasaufbereitung. Dort möchte man das Molekül, das meist in geringer Konzentration in Gasvorkommen enthalten ist, möglichst schnell entfernen. Denn schon bei Temperaturen unter -57 Grad Celsius wird reines CO₂ zu festem Trockeneis, fällt in der Anlage aus und verstopft sie. Der herkömmliche Lösungsweg, das CO₂ durch eine vorgeschaltete Aminwäsche chemisch abzutrennen, ist mit Kosten von mehreren Millionen Euro pro Anlage sehr teuer. Linde hat nun eine Möglichkeit ohne Mehrkosten entwickelt und qualifiziert: Die kohlendioxidtolerante Gasaufbereitung überspringt den Schritt der Aminwäsche komplett.
Kein Trockeneis in der Anlage
Jetzt kann das ungewollte CO₂ bis zu einer Konzentration von 0,5 Prozent im Erdgas toleriert werden, ohne dass es zum schädlichen Ausfallen als Feststoff kommt. Das Funktionsprinzip ist einfach: Das verdünnte CO₂ wird immer in einem Temperaturbereich gehalten, der warm genug ist, um Ausfrieren zu verhindern. Das CO₂ wird dann mit dem Endprodukt abgeführt, wo es in der geringen Konzentration nicht mehr auffällt. Das Verfahren wurde für eine in Russland im Bau befindliche Anlage ausgewählt. Und auch in Zukunft könnte die neue Linde-Lösung anderen Kunden bei der Aufbereitung von Erdgas, unter bestimmten Voraussetzungen, einen kompletten Prozessschritt ersparen.