Anlagen maximal verfügbar machen

Anlagen stabil und kontinuierlich in Betrieb halten – das ist das Ziel von LINDE PLANTSERV®. Unsere Experten arbeiten daran, die Produktionskapazität und Anlageneffizienz während des gesamten Lebenszyklus mithilfe von Engineering-Projekten zu steigern. Zudem sie nutzen die Chancen von Big Data und virtueller Realität. Aber auch ganz reale Standortverlegungen, also der Umzug von Industrieanlagen, gehören zum Leistungsspektrum von LINDE PLANTSERV®.

Revamps erfolgreich managen

Meist erfordern wirtschaftliche Gründe wie die Entwicklung von Rohstoffpreisen, dass Anlagenbetreiber reagieren müssen. Oftmals lässt sich mit kleinen Anpassungen schon viel erreichen – beispielsweise Energie zurückgewinnen oder Gase als Einsatzstoff (Feed) recyceln. All das erhöht bereits die Anlageneffizienz. Andere Vorhaben ziehen dagegen größere Umbaumaßnahmen nach sich. Revamps heißen Umbaumaßnahmen jeglicher Art im Fachjargon. 

Gemeinsam mit unseren Kunden planen wir solche Projekte so detailliert wie möglich, um sie termingerecht und möglichst kostengünstig abzuwickeln. Dazu führen unsere Experten intensive Gespräche mit den Verantwortlichen und machen sich vor Ort ein exaktes Bild von den anlagenspezifischen Voraussetzungen und den Kundenanforderungen. Denn: Jede Industrieanlage ist anders – und somit auch jeder Revamp. Nach einer Bestandsaufnahme schätzen unsere Spezialisten genau ab, was sich umsetzen lässt und mit welchem Aufwand. In Kombination mit diversen Datenanalyse-Tools entwickeln unsere Ingenieure dann eine maßgeschneiderte Lösung. Weil Linde Engineering über langjährige Erfahrungen im Anlagenbau verfügt, verfahrenstechnische Prozesse im Detail kennt und eine entsprechende Umsetzungskompetenz vorzuweisen hat, können sich unsere Kunden darauf verlassen: Wir managen Revamps optimal und versuchen alles, um nicht vermeidbare Stillstandzeiten so kurz wie möglich zu halten. Da wir die Industrieanlagen unserer Kunden in- und auswendig kennen – sie wurden schließlich von Linde Engineering gebaut – haben wir dafür die ideale Ausgangslage.


Revamp einer Linde Air Separation Anlage.
Regional Operations Centre, LLH Taichung, Taiwan

Mit Big Data vorausschauend steuern

Unser Wissen bauen wir stetig weiter aus – und sorgen so dafür, dass Industrieanlagen möglichst viele Jahrzehnte wirtschaftlich und reibungslos funktionieren. Ein Schlüssel dazu sind Daten. Diese stammen von Sensoren, die permanent Informationen über den Anlagenzustand sammeln. Durchschnittlich sind in jeder Luftzerlegungsanlage 500 Sensoren verbaut, in petrochemischen Anlagen sogar noch ein Vielfaches mehr: Die Messdaten von Linde-eigenen Anlagen fließen in unseren fünf Linde Remote Operation Centres (ROC), die die Anlagen als zentrale Stellen überwachen, zusammen. Deswegen wissen wir auch, wie wichtig es ist, aktuelle Betriebsphasen zu überwachen. Aus dem Betrieb von ungefähr 1.000 Linde-eigenen Anlagen haben wir umfangreiches Knowhow gesammelt. Es liefert die Basis, um Anlagenbetriebe zu analysieren und frühzeitig handeln zu können. Die Datenanalyse liefert die Grundlage für kontinuierliche Verbesserungen, sodass Anlagen maximal verfügbar bleiben. Unser Expertenteam hat zudem ein Programm zur vorausschauenden Analyse von Betriebsdaten (Asset Health Checks) entwickelt, mit dem sich, basierend auf dem gesammelten Datenschatz, verschiedenste betriebliche Aspekte sehr effektiv analysieren lassen. So können zielgerichtet beispielsweise Ursachen für erhöhte Druckverluste ausgemacht und effizient vermieden werden. Mit dem Ziel: Die Anlagenverfügbarkeit erhöhen und den Betriebsgewinn unserer Kunden sichern.

Expertenhilfe per Livestream

Auch im Fall von akuten Problemen können unsere Ingenieure schnell greifbar sein. Neue Technologien machen es möglich – wie unser LindeGO Remote Service: Dabei handelt es sich entweder um eine praktische App, mit der Kunden sofort eine audiovisuelle Live-Verbindung zu unserem LINDE PLANTSERV® Remote Service Team aufbauen können, oder um Smart Glasses, also Datenbrillen. Kombiniert mit Kopfhörern, Mikrofon und einer mobilen Internetverbindung können Kunden darüber ebenfalls Kontakt zu uns aufnehmen. Bei beiden Optionen wird das Blickfeld des Mitarbeiters vor Ort übertragen, sodass unsere Ingenieure die Lage einschätzen und in Echtzeit helfen können. Es lassen sich zudem wichtige Informationen wie Schaltpläne, Fotos oder andere Dokumente für den lokalen Techniker einblenden. Gerade für Industrieanlagen, die sich in entlegenen Regionen befinden und die Entsendung erfahrener Fachleute zeit- und kostenaufwendig macht, bietet der LindeGO Remote Service eine schnelle und unkomplizierte Hilfe. Alles mit dem Ziel, Anlagen maximal verfügbar zu machen.

Dank Virtual Reality (VR) können die Mitarbeiter der Anlagenbetreiber in einer sicheren und virtuellen Umgebung für verschiedene kritische Betriebs- und Notfallszenarien trainieren.

Virtuell trainieren – für Anlagenalltag und Ernstfall

Um Störfälle auf ein Minimum zu begrenzen, müssen Betreiber ihre Anlage bis ins Detail beherrschen können – und ihre Grenzen kennen. Um Mitarbeiter im Leitstand oder ROC optimal auf die komplexe Steuerung von Anlagen vorzubereiten, hat Linde den Operator Training Simulator (OTS) entwickelt. Damit lassen sich nicht nur tägliche Anlagen-Routinen nachstellen, sondern auch extreme Notsituationen. Anhand von enormen Datenmengen lassen sich die dynamischen Prozesse virtuell simulieren. Der Vorteil: Die Mitarbeiter lernen einerseits, wie sie eine Anlage optimal fahren, sodass möglichst wenig Energie verbraucht wird und Bauteile gering belastet werden. Das sorgt für ein langes Anlagenleben. Andererseits sind sie dank des virtuellen Trainings auch auf Ernstfälle besser vorbereitet und können besser reagieren. Um den OTS zu nutzen, benötigen unsere Kunden lediglich einen Laptop und Internetanschluss. 

Während der OTS das Betriebssystem imitiert und sich an dessen Bedienpersonal richtet, bildet die Linde Virtual Academy den idealen Link zu Anlageninteraktionen in der Praxis – mittels Virtual Reality Brillen. Das ermöglicht es den Trainees, virtuell in nahezu jede Anlagenumgebung und jedes Betriebsszenario einzutauchen – als wären sie selbst physisch vor Ort – und sich mit der Situation vertraut zu machen. Selbst äußerst riskante oder gefährliche Situationen können so vollständig sicher trainiert werden. In der Linde Virtual Academy haben wir diverse Szenarien vorbereitet – eine Sammlung, die stetig wächst. Das Ziel hierbei ist: Mitarbeiter der Anlagenbetreiber können sich sowohl mit Routinetätigkeiten als auch mit Notfall-Ausnahmesituationen, beispielsweise einem Brand, vertraut machen. Gerade bei Szenarien, die gar nicht oder nur aufwändig trainiert werden können, spielt die virtuelle Realität ihre Vorteile aus.


So ziehen Anlagen erfolgreich um

Eine weitere Spezialität, die wir Anlagenbetreibern anbieten, sind Standortverlegungen (Plant Relocations). Das bedeutet: Wir transportieren bestehende und technisch einwandfreie Industrieanlagen oder Kernkomponenten von A nach B. Modifikationen, die in der Regel mehr oder weniger notwendig sind, eingeschlossen. Die Gründe für einen solchen Umzug im XXL-Format sind meist wirtschaftlich getrieben, denn die Bedingungen an den Weltmärkten ändern sich heutzutage extrem schnell. Gegebenenfalls ist es kostengünstiger eine Anlage umzuziehen als sie neu zu bauen. Standortverlegungen sind dann eine sinnvolle Alternative, mit denen unsere global agierenden Kunden ihre Produktionskapazitäten besser managen können. So haben unsere Ingenieure beispielsweise eine Luftzerlegungsanlage von China nach Malaysia umgezogen. Sie kümmerten sich vor der 3.000 Kilometer langen Reise nicht nur darum, dass die Anlagenkomponenten an die neuen Produktanforderungen angeglichen und entsprechend konstruiert wurden. Sondern sie passten das komplette Equipment an die in Malaysia geforderten Standards an, die sich von den chinesischen unterscheiden. Mit den Vorarbeiten schaffte das Linde-Team die Voraussetzungen für eine reibungslose und effiziente Plant Relocation. Und es meisterte auch die größte technische Herausforderung: Das Zusammensetzen aller verlagerten, nachgerüsteten und neuen Teile zu einer funktionierenden Einheit, sodass die Anlage am neuen Standort in Malaysia wieder in Betrieb gehen konnte und für unseren Kunden verfügbar war.

Standortverlegung (Plant Relocation) der Luftzerlegungsanlage in Malaysia.
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