Verfahren zur Umwandlung von Kohle und Erdgas in flüssige Kraftstoffe (Coal-to-Liquids = CTL bzw. Gas-to-Liquids = GTL) erfordern große Mengen an Sauerstoff: Die geforderte Kapazität übersteigt die maximale Leistung einer einzelnen Anlage. Aus diesem Grund bietet Linde hochmoderne, mehrsträngige Anlagenlösungen an. Beispielsweise die achtsträngige Luftzerlegunsanlage in der Wüste Katars. Nach mehreren Jahren Projektierungs- und Bauzeit nahm die bis dahin weltweit größte GTL-Anlage ihren Betrieb auf.
Zitat „Die sechs Rektifikations-Coldboxen, mit mehr als 2.000 Tonnen Stahlgerüst, wurden in nur vier Monaten aufgestellt.“ |
Höchste Qualität zum besten Preis
Jetzt produziert sie pro Tag 140.000 Barrel flüssige Kraftstoffe aus Erdgas. Den dafür notwendigen Sauerstoff gewinnen die acht baugleichen Luftzerlegungsanlagen (LZA) – zusammen 860.000 Nm³ pro Stunde – aus der Umgebungsluft. Die jeweils 470 Tonnen schweren und 60 Meter hohen Coldboxen der LZA sind weithin sichtbar.
Mit der Projektierung begann Linde bereits lange vor der Auftragserteilung im Jahr 2006 durch den Einsatz von Linde-Prozessexperten. Dabei setzte das Unternehmen auf sein weltweites Netzwerk von Lieferanten – und damit auf höchste Qualität zum bestmöglichen Preis. Wesentliche Bestandteile wie die aus Aluminium gefertigten Plattenwärmeaustauscher und Rektifikationskolonnen stammen aus Linde-Standorten in Deutschland und China, wo auch die Coldboxen im Ganzen als sogenannte Packaged Units zusammengebaut wurden.
Luftzerlegungsanlagen in der Gas-to-Liquids (GTL)-anlage Pearl, Ras Laffan Industrial City, Katar.
Schwierige Bedingungen
Dank dieser Vormontage vermieden die Linde-Ingenieure eine aufwendige Montage und Errichtung vor Ort. Denn in der Wüste herrschen Außentemperaturen von bis zu 50 Grad im Schatten, auch Sandstürme und Staub hätten die Arbeit stark erschwert. Als Generalunternehmer garantierte Linde über die gesamte Abwicklungszeit hinweg die schlüsselfertige und termingetreue Fertigstellung der Anlage und konnte nach geplanter schrittweiser Inbetriebsetzung des Gesamtkomplexes die acht Luftzerleger nach sechs Jahren Bauzeit offiziell übergeben.
Folgeprojekte an anderen Orten
Der Erfolg in Katar hat auch in anderen Ländern Aufmerksamkeit für Lindes Leistungen erregt. Beispielsweise in China verlangt der Markt für CTL-Anlagen ebenfalls nach Luftzerlegungsanlagen von sehr großer Kapazität und Effizienz. Der Startschuss für den Großauftrag in der Nähe von Yinchuan City in Chinas mittlerem Westen fiel im März 2013. Beauftragt wurde diesmal eine sechssträngige Luftzerlegungsanlage mit einer Kapazität von 630.000 Nm³ Sauerstoff pro Stunde. Um diese hohe Produktionsmenge kostengünstig, zuverlässig und sicher zu gewährleisten, griff Linde auf die gewonnenen Erfahrungen aus Katar zurück. Trotz der schwer zugänglichen Lage der Baustelle stellte Linde dank seiner globalen sowie lokalen Vernetzung mit Partnern die reibungslose Projektabwicklung sicher. Mit am Projekt beteiligt waren Lindes Engineering-Centers in Pullach (Deutschland) und Hangzhou (China) sowie die Produktionsstandorte Schalchen (Deutschland) und Dalian (China). So konnten alle sechs Rektifikations-Coldboxen mit über 2.000t Stahlbau und allen Behältern in nur vier Monaten vor Ort montiert werden.
Luftzerlegungsanlagen in Yinchuan, China.