Der wasserstoffreiche Gasstrom, den der Isotherm-Reaktor erzeugt, muss dann von Kohlenmonoxid und Kohlendioxid befreit werden, denn diese Gase würden den Katalysator der Ammoniak-Synthese vergiften. Das leistet beim LAC™.L1 die sogenannte Druckwechseladsorption, ebenfalls eine Linde-eigene Technologie. Dabei wird der Gasstrom unter hohem Druck durch ein Adsorptionsmaterial geschickt, das beispielsweise ein Molekularsieb und Aktivkohle beinhaltet. Bestandteile wie CO, CO
2 oder noch vorhandenes Methan aus dem Erdgas bleiben daran sehr gut haften, während der gewünschte Wasserstoff das Material passieren und in Richtung Ammoniak-Synthese strömen kann. „Das Adsorptionsmaterial muss immer wieder zwischendurch regeneriert werden. Dazu senken wir in optimierten Zyklen den Druck ab, um die adsorbierten Gasmoleküle wieder zu desorbieren“, erklärt Wawrzinek. Das konventionelle Verfahren benötigt dagegen eine energieintensive CO
2-Wäsche und einen weiteren katalytischen Schritt, die Methanisierung, um den CO- und CO
2-Gehalt auf das notwendige Niveau zu reduzieren. „Insgesamt können wir bei unserem Konzept auf drei katalytische Schritte verzichten und sparen dadurch, verglichen mit dem konventionellen Verfahren, etwa die Hälfte an Katalysatormaterial ein“, sagt der Linde-Experte.