Das Linde Ammonia Concept (LAC™) ermöglicht die Erzeugung von Ammoniak aus Erdgas oder leichten Kohlenwasserstoffen. Die Hochdruckvergasung nutzt Raffinerierückstände, Schweröle und Kohle mit Sauerstoff für die Erzeugung von Ammoniak.
LAC™ Verfahren
Das Linde Ammonia Concept ist ein modernes Verfahren zur Erzeugung von Ammoniak aus Erdgas oder leichten Kohlenwasserstoffen. Es beruht auf einer Kombination bewährter Verfahrensschritte.
Eine LAC-Anlage besteht im Wesentlichen aus einer modernen Wasserstoffanlage, einer Standard-Stickstoffanlage und einer hoch effizienten Ammoniaksynthese.
In der Wasserstofffanlage wird das Synthesegas in einem Verfahrensschritt durch Druckwechseladsorption gereinigt. Der von der Stickstoffanlage gelieferte Reinstickstoff wird dem Prozessgas erst vor dem Synthesegasverdichter zugemischt. Mit Ausnahme einer Fremdlizenz für die NH3-Synthese von Ammonia Casale, beruhen alle anderen Verfahrensschritte auf Linde-eigener Technologie.
Das LAC-Verfahren bedeutet eine Vereinfachung gegenüber der klassischen Verfahrensroute und führt zu Einsparungen bei Investitions- und Betriebskosten, sowie zu erleichtertem Anfahren und Betrieb der Anlage.
Zusätzliche Einsparungen bei den Investitionskosten lassen sich dann erzielen, wenn die Stickstoffversorgung als Lieferung über den Zaun erfolgt. Die spezifischen Betriebskosten können insbesondere durch Verkauf wertvoller Nebenprodukte gesenkt werden. Wasserstoff und Stickstoff sind z.B. als Zwischenprodukte einer LAC-Anlage unmittelbar verfügbar. Andere Nebenprodukte wie Sauerstoff, Argon und Kohlendioxid können bei entsprechender Auslegung der Anlage zusätzlich produziert werden.
Nach dem noch relativ neuen Linde Ammonia Concept wurden bislang vier Anlagen mit Kapazitäten von 230 bis 1350 tato NH3 gebaut. Die eingesetzten Verfahrensstufen haben ihre Zuverlässigkeit im großtechnischen Betrieb bereits wesentlich häufiger bewiesen und können aus Kostengründen teilweise auch modularisiert angeboten werden. Zum Beispiel hat Linde mehr als 2700 Luftzerleger, 50 Wasserstoffanlagen und 300 DWA-Anlagen gebaut, während Ammonia Casale mehr als 100 Referenzen für die Ammoniaksynthese aufweisen kann.
Die erste LAC-Anlage wurde für GSFC in Baroda, Gujarat, Indien gebaut und ging 1998 mit einer Kapazität von 1350 tato in Betrieb. Harnstoff ist ein Endprodukt dieser Anlage. Weitere LAC-Anlagen wurden in Australien und China gebaut und Ammoniumphosphat, Ammoniumnitrat oder Methylamin sind die in Folgeanlagen produzierten Endprodukte.