Ein großer Teil der global gehandelten Flüssigerdgasprodukte wird in Erdgasverflüssigungs(LNG)-Großanlagen hergestellt. Die Kapazitäten liegen zwischen ein paar Millionen Tonnen pro Jahr (tpa) und über 10 Millionen Tonnen pro Jahr. Normalerweise wird das Flüssigerdgas aus diesen Anlagen per Schiff von Export-Terminals zu Import-Terminals transportiert und anschließend verdampft und in Pipelines eingespeist, um die Endverbraucher zu versorgen.
Unsere Verflüssigungstechnologie für LNG-Großanlagen haben wir in der weltweit nördlichsten Erdgasverflüssigungsanlage Hammerfest entwickelt. Sie befindet sich 800 Kilometer nördlich des Polarkreises auf der norwegischen Insel Melkøya.
Prozessinnovation
Unser patentierter Mixed Fluid Cascade (MFC®)-Prozess, den wir gemeinsam mit Statoil für Baseload-LNG-Anlagen entwickelt haben, bietet höchste Effizienz und Zuverlässigkeit unabhängig von den jeweiligen Umwelt- und Klimabedingungen.
Der MFC®-Prozess umfasst einen dreistufigen Kältekreislauf, bei dem die einzelnen Stufen unabhängig voneinander sind. Der Verflüssigungskreislauf und der kälteste Kreislauf (Unterkühlung) verwenden immer gemischte Kühlmittel, während bei der Vorkühlung, dem wärmsten Kreislauf, je nach Umgebungstemperatur das Kühlmittel variieren kann. MFC®3 steht für die Vorkühlung mittels Propan, wobei die Last zwischen den drei Kühlkreisläufen verteilt wird, sodass die Wellenleistung aller drei Kompressorstränge identisch ist. Diese einzigartige Konfiguration ermöglicht extrem hohe LNG-Kapazitäten bei einem vorgegebenen Satz an Kompressorantrieben.
In einem gemäßigten oder kälteren Klima sind die Vorkühlung mittels Propan sowie eine perfekte Lastverteilung über die drei Kühlkreisläufe hinweg nicht mehr möglich. Unter diesen Bedingungen bietet die „arktische“ Version unseres MFC®-Prozesses – wie in Hammerfest implementiert – mit den drei Kältemittelgemischkreisläufen die bessere Lösung.